Der „Das Hemd“

Kaum trat Heinz aus dem Wald auf die Lichtung, wo er die einseitig Eingekesselten vermutete, wurde er sofort von mehreren Händen gepackt und hinter den nächsten Baum gerissen. »Da schießt wer! Gehen ’S in Deckung!«, schrie man ihn an. Doch mein Chef löste sich aus dem Griff der nach wie vor panischen Feuerwehrleute, winkte ab und sprach die denkwürdigen Worte: »I woass scho. Des hamma glei.«

Dann stand er auf, schritt hinaus auf das offene Feld, wo das Feuer einsam niederbrannte, und stellte sich direkt davor, um gesehen zu werden. Als Antwort krachten zwei donnernde Schüsse durch die Dunkelheit. Die Feuerwehr warf sich augenblicklich wie ein Mann zu Boden und bewies dadurch ein bemerkenswertes Maß an Drill.

Doch der geheimnisvolle Mann vor dem Feuer ließ sich nicht durch die Schüsse beeindrucken. Im Gegenteil: Im Schein der Flammen hob der Heinz beide Hände und winkte. Und dann rief er dem bewaffneten Verrückten in der Westernstadt etwas Seltsames zu, was den Feuerwehrleuten zwangsläufig vorkommen musste wie eine Art Formel oder Abbruchcode:

»Hemd! Hey! HEMD!«

Tommy Krappweis – Der „Das Hemd“

Eine Kurzgeschichte aus der Anthologie „Reiten Wir! – Phantastikautoren für Karl May“

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